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Der überwältigende Eindruck, den Städte wie Paris und New York als Orte, in denen das Innen- und Außenleben sich annähern und die gewohnten Rollenspiele eine völlig neue Intensität erreichen, hat der Kunst der letzten 150 Jahre regelmäßig neue und manchmal radikale Schübe gebracht. Das gilt für den Impressionismus und den Futurismus, es trifft aber auch auf fast alle Phasen der spartenübergreifenden Aktionskunst des 20. Jahrhunderts zu.
Walter Benjamin formulierte in seinem berühmtesten Werk, den “Passagen“, die völlig neue Dimension des öffentlichen Lebens, die für das Verhältnis von Kunst und Stadt leitbildgebend wurde, am anschaulichsten: “Straßen sind die Wohnung des Kollektivs. Das Kollektivum ist ein ewig waches, ewig bewegtes Wesen, das zwischen Häuserwänden soviel erlebt, erfährt, erkennt und ersinnt, wie Individuen im Schutz ihrer vier Wände. Diesem Kollektivum sind die glänzenden emaillierten Firmenschilder so gut und besser ein Wandschmuck wie im Salon dem Bürger ein Ölgemälde, Mauern mit der ‘Défense d’affiche’ sind sein Schreibpult, Zeitungskioske seine Bibliotheken, Briefkästen seine Bronzen, Bänke sein Schlafzimmermobiliar und die Café-Terrasse der Erker, von dem er auf sein Hauswesen heruntersieht“.
Prof. Dr. Hans-Joachim Manske
Direktor der Städtischen Galerie Bremen
Dozent für Architektur, Public Art und Kunstgeschichte
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