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‘Du bist wie New York, Du rotierst nur noch um Dich selbst’. Rotation um sich selbst, die Woody Allen in dem Film “Der Stadtneurotiker“ als Charakteristikum seiner Stadt hervorhebt, wird von den meisten Bewohnern und Besuchern dieser Stadt als extrem widersprüchlich und faszinierend zugleich empfunden. Jürgen Schmiedekampf, ein Europäer in New York, versucht, in seinen Bildern der Stadt, die man auch Notate mit poetischen Funken nennen könnte, der alles aufsaugenden Bewegung einen adäquaten und reflektierten Ausdruck zu verleihen.
Die Bilder spiegeln nicht nur als Reihe, sondern in sich selber einen reziproken Prozess. Der Künstler durchstreift die Stadt mit seiner Kamera und hält - überwiegend in Augenhöhe - Orte zu einem bestimmten Zeitpunkt und in einer situativen Bewegung fest. Der distanzierte und engagierte künstlerische Blick sucht das speziell Imaginative - und findet es auf ungewohnte Weise. Jürgen Schmiedekampf entdeckt, dass ‘die Stadt für ihn malt’. Er ist nicht Beobachter, er schwebt nicht ‘drüber’, die Distanz ist aufgehoben, beziehungsweise lässt sich nicht herstellen. Das Straßenleben gleicht einem schnell wechselnden Bühnengeschehen, blitzartig wechseln die Situationen und schaffen eine gewisse Standortverunsicherung.
Die Fotos sind mehr als in früheren Jahren für Schmiedekampf nur Rohmaterial. Raum und Zeit, die ästhetische Vielfalt der Reklamen und der ‘Asphaltmalereien’ sind nur mit dem Pinsel zu erfassen. Dieser verfährt aufwühlend und expressiv, pointillistisch und informell, aber produziert zugleich scharfe Konturen.
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